Die häufigste Ursache für gescheiterte MedAT-Vorbereitungen ist kein Talentproblem, sondern ein Planungsproblem: zu spät begonnen, zu viel BMS, zu wenig KFF, keine Wiederholungsstruktur.
Dieses Raster geht vom Testtag am 2. Juli 2027 aus und startet rund 24 Wochen davor, also Mitte Januar.
#Die Grundaufteilung
Bei einer Gewichtung von je 40 Prozent für BMS und KFF ergibt sich diese Verteilung der Lernzeit:
| Bereich | Anteil | Begründung |
|---|---|---|
| BMS | rund 50 % | größter Stoffumfang, braucht Wiederholungszyklen |
| KFF | rund 35 % | tägliches Pensum von 40 bis 60 Aufgaben, direkt punktewirksam |
| Textverständnis | rund 10 % | mit wenig Aufwand stabilisierbar |
| SEK | rund 5 % | Formatkenntnis reicht weitgehend |
Bei 20 Wochenstunden sind das etwa 10 Stunden BMS, 7 Stunden KFF, 2 Stunden Textverständnis und 1 Stunde SEK.
#Phase 1: Grundlagen, Woche 1 bis 8
Ziel: den BMS-Stoff einmal vollständig durcharbeiten und alle fünf KFF-Aufgabengruppen kennenlernen.
- vier Tage BMS zu je zwei Stunden, mit Biologie beginnen (40 der 94 BMS-Aufgaben entfallen darauf)
- fünf Tage KFF mit je 25 Aufgaben aus zwei Aufgabengruppen, ohne Zeitlimit
- eine Textverständnis-Einheit pro Woche mit einem längeren Sachtext
In dieser Phase geht es beim KFF noch nicht um Tempo, sondern darum, jedes Format zu verstehen und die zugehörige Strategie bewusst anzuwenden: das Ausschlussverfahren bei Figuren, die Prüfreihenfolge bei Zahlenfolgen, die Quantorenregeln bei Implikationen.
#Phase 2: Vertiefung, Woche 9 bis 16
Ziel: BMS-Wissen festigen, KFF auf Prüfungstempo bringen.
- vier Tage BMS zu je zwei Stunden, davon mindestens die Hälfte aktives Abrufen statt Wiederlesen
- sechs Tage KFF mit je 40 bis 50 Aufgaben, alle fünf Aufgabengruppen rotierend
- eine Textverständnis-Einheit unter Zeitdruck (12 Aufgaben, 35 Minuten)
- alle zwei Wochen ein SEK-Block
Der entscheidende Wechsel liegt in der Lernmethode. Wiederlesen fühlt sich produktiv an und bringt wenig. Aktives Abrufen fühlt sich anstrengend an und ist für Faktenwissen die wirksamste Methode.
#Phase 3: Simulation, Woche 17 bis 22
Ziel: Prüfungsbedingungen aushalten lernen.
- drei Tage BMS-Wiederholung nach Schwächenliste
- sechs Tage KFF mit je 60 Aufgaben unter Zeitdruck, Schwerpunkt auf den schwächsten Gruppen
- eine vollständige Testsimulation pro Woche, möglichst freitagvormittags
- Nachbereitung jeder Simulation: welche Aufgaben waren falsch und warum
Simuliere dabei die echte Reihenfolge: BMS, Textverständnis, Mittagspause, dann Figuren zusammensetzen, Lernphase der Merkfähigkeit, Zahlenfolgen, Wortflüssigkeit, Prüfphase, Implikationen, zuletzt SEK. Vor allem der Abstand zwischen Lern- und Prüfphase lässt sich nur so trainieren.
#Phase 4: Feinschliff, Woche 23 und 24
Ziel: Form halten, nichts Neues beginnen.
- BMS nur noch als Wiederholung der markierten Schwachstellen
- KFF täglich rund 30 gemischte Aufgaben, ohne Leistungsdruck
- die letzten drei Tage deutlich reduzieren, Schlafrhythmus an den Testtag anpassen
- am Vortag keine Simulation mehr
#Das Wiederholungssystem
Ohne Wiederholungsplan ist ein erheblicher Teil des BMS-Stoffs im Juli nicht mehr abrufbar. Bewährt hat sich ein einfaches Intervallsystem:
| Wiederholung | Zeitpunkt nach dem Erstlernen |
|---|---|
| 1. | nach 1 Tag |
| 2. | nach 3 Tagen |
| 3. | nach 1 Woche |
| 4. | nach 3 Wochen |
| 5. | nach 2 Monaten |
Jede Wiederholung sollte ein Abruf sein, keine Lektüre: Antwort abdecken, selbst formulieren, dann kontrollieren.
#Drei Planungsfehler, die immer wiederkehren
Kein Puffer. Plane je eine freie Woche in Phase 2 und in Phase 3 ein. Krankheit, Schulprüfungen oder ein Motivationstief treten mit Sicherheit auf.
Zu detailliert. Wochenziele funktionieren, Stundenpläne über 24 Wochen nicht. Lege den Wochenrahmen fest und plane die konkreten Inhalte jeweils sonntags für die kommende Woche.
Keine freien Tage. Ein vollständig freier Tag pro Woche verbessert die Leistung an den anderen sechs.
#Führe ein Aufgabenkonto
Die aussagekräftigste Zahl deiner Vorbereitung ist nicht die Zahl der Lernstunden, sondern die Zahl der gelösten KFF-Aufgaben. Stunden lassen sich absitzen, Aufgaben nicht.
Setze dir deshalb ein Mengenziel und halte den Stand wöchentlich fest:
| Aufgabengruppe | Zielmenge bis Anfang Juli |
|---|---|
| Figuren zusammensetzen | 1.000 bis 1.500 |
| Zahlenfolgen | 800 bis 1.000 |
| Wortflüssigkeit | 1.500 bis 2.000 |
| Implikationen erkennen | 800 bis 1.000 |
| Gedächtnis und Merkfähigkeit | 100 vollständige Ausweis-Sets |
Über 24 Wochen mit sechs Trainingstagen sind das etwa 40 Aufgaben täglich, in 45 bis 60 Minuten machbar. Wer in Phase 1 startet und durchhält, liegt am Testtag bei über 5.000 gelösten Aufgaben.
Rechne dagegen, was klassische Materialien hergeben: Ein Übungsbuch enthält pro Untertest 60 bis 150 Aufgaben und ist bei diesem Pensum nach wenigen Tagen leer. Ab dann trainierst du Wiedererkennen statt Können, und dein gemessener Fortschritt wird wertlos.
CognitAT erzeugt jede Aufgabe neu, es gibt also keine Obergrenze für dein Tagespensum und nichts, was du zweimal siehst. Das Fortschritts-Dashboard zählt pro Aufgabengruppe mit und zeigt die Trefferquote, die Schwächenliste für Phase 3 entsteht damit von selbst.
#Quellen und Stand der Angaben
Aufgabenzahlen, Zeitlimits und Gewichtungen entsprechen den zuletzt durchgeführten Testjahren (Stand: August 2026). Verbindlich sind immer die offiziellen Angaben der Medizinischen Universitäten auf medizinstudieren.at. Prüfe dort insbesondere Anmeldefrist, Kostenbeitrag und Testtermin, bevor du deinen Lernplan festlegst.