Der Testteil "Kognitive Fähigkeiten und Fertigkeiten" (KFF) prüft kein Wissen, sondern Verarbeitungsgeschwindigkeit und Mustererkennung unter Zeitdruck. Er ist mit 40 Prozent genauso stark gewichtet wie der gesamte Basiskenntnistest und liegt am Testtag komplett nach der Mittagspause.
#Aufbau und Reihenfolge
| Position am Testtag | Aufgabengruppe | Aufgaben | Zeit |
|---|---|---|---|
| 1 | Figuren zusammensetzen | 15 | 20 Min. |
| 2 | Gedächtnis und Merkfähigkeit, Lernphase | 8 Ausweise | 8 Min. |
| 3 | Zahlenfolgen | 10 | 15 Min. |
| 4 | Wortflüssigkeit | 15 | 20 Min. |
| 5 | Gedächtnis und Merkfähigkeit, Prüfphase | 25 Fragen | 15 Min. |
| 6 | Implikationen erkennen | 10 | 10 Min. |
Alle Aufgabengruppen arbeiten mit fünf Antwortmöglichkeiten, wobei Option E jeweils bedeutet, dass keine der angebotenen Antworten zutrifft. Für falsche Antworten gibt es keine Minuspunkte.
#Figuren zusammensetzen
Format: Du siehst mehrere Einzelteile, je nach Aufgabe etwa drei bis sieben. Gefragt ist, welche der vier abgebildeten Figuren sich daraus vollständig zusammensetzen lässt. Die Teile dürfen gedanklich gedreht, aber nicht gespiegelt werden. Seit 2021 darf auf dem Testblatt nichts markiert oder gezeichnet werden, gelöst wird also rein im Kopf.
Strategie: Nicht die Teile zusammenbauen, sondern die Antwortfiguren ausschließen. Suche ein markantes Merkmal, etwa die längste gerade Kante oder den einzigen spitzen Winkel, und prüfe, welche Figur dieses Merkmal überhaupt enthalten kann. Danach hilft der grobe Flächenvergleich.
Mehr dazu: Figuren zusammensetzen im MedAT.
#Gedächtnis und Merkfähigkeit
Format: In der Lernphase bekommst du acht Allergieausweise mit je acht Angaben, also 64 Informationen, und hast dafür 8 Minuten. Die Prüfphase mit 25 Fragen folgt erst nach Zahlenfolgen und Wortflüssigkeit, also rund 35 Minuten später.
Strategie: Reines Wiederholen im Kopf hält den Abstand zwischen den Phasen nicht aus. Was funktioniert, ist die Verknüpfung aller Angaben eines Ausweises zu einer einzigen, möglichst ungewöhnlichen Szene, dazu ein festes Bildsystem für Ziffern.
Mehr dazu: Gedächtnis und Merkfähigkeit im MedAT.
#Zahlenfolgen
Format: Vorgegeben sind sieben Zahlen, gesucht sind die achte und die neunte. Es kommen ausschließlich die vier Grundrechenarten vor, teilweise abwechselnd oder mit mehreren ineinander verschachtelten Schritten.
Strategie: Immer dieselbe Prüfreihenfolge einhalten, beginnend bei den Differenzen, dann Quotienten, dann alternierende Muster. Wer stattdessen frei probiert, verliert die meiste Zeit.
Mehr dazu: Zahlenfolgen im MedAT.
#Wortflüssigkeit
Format: Aus einem Buchstabensalat mit meist sechs bis zehn Buchstaben ist ein sinnvolles Lösungswort zu bilden. Angekreuzt wird nicht das Wort selbst, sondern der Anfangsbuchstabe des Lösungsworts.
Strategie: Genau dieses Antwortformat ist der Hebel. Du musst das Wort nicht vollständig rekonstruieren, sondern nur den ersten Buchstaben bestimmen. Oft kommst du schneller ans Ziel, wenn du die vier angebotenen Anfangsbuchstaben durchprobierst, statt frei zu kombinieren.
Mehr dazu: Wortflüssigkeit im MedAT.
#Implikationen erkennen
Format: Zu zwei Prämissen ist die logisch zwingende Schlussfolgerung zu finden. Typisch sind Quantoren wie "alle", "einige" und "keine" sowie Wenn-dann-Aussagen. Pro Aufgabe bleibt eine Minute.
Strategie: Formalisieren und Weltwissen konsequent ausblenden. Die Prämissen gelten als wahr, auch wenn sie inhaltlich unsinnig sind. Entscheidend ist, was formal folgt, nicht was plausibel klingt.
Mehr dazu: Implikationen erkennen im MedAT.
#Wie viele Aufgaben braucht es?
Der KFF-Teil ist der einzige Bereich des MedAT, in dem sich Trainingsmenge fast direkt in Punkte übersetzt. Es gibt keinen Stoff, den man verstanden haben kann, es gibt nur Muster, die man oft genug gesehen hat.
Rechne einmal nach, was am Testtag verlangt wird: 75 Aufgaben in 88 Minuten, nach sechs Stunden Test, mit einer Merkaufgabe im Hinterkopf. Wer im Training 15 Aufgaben am Tag löst, hat bis zum Testtag rund 2.000 Aufgaben gesehen und arbeitet die meisten davon noch bewusst durch. Wer 50 am Tag löst, kommt auf über 7.000 und erkennt die Strukturen automatisch.
Als Orientierung für die gesamte Vorbereitung:
| Aufgabengruppe | Zielmenge bis zum Testtag |
|---|---|
| Figuren zusammensetzen | 1.000 bis 1.500 Aufgaben |
| Zahlenfolgen | 800 bis 1.000 Folgen |
| Wortflüssigkeit | 1.500 bis 2.000 Anagramme |
| Implikationen erkennen | 800 bis 1.000 Aufgaben |
| Gedächtnis und Merkfähigkeit | 100 vollständige Ausweis-Sets |
Zusammen sind das über 5.000 gelöste Aufgaben. Verteilt auf 24 Wochen mit sechs Trainingstagen sind das etwa 35 bis 40 Aufgaben täglich, also 45 bis 60 Minuten. Das ist kein Extremprogramm, sondern das Pensum, das aus einer Strategie eine Routine macht.
#Ein Trainingsplan über 16 Wochen
| Zeitraum | Fokus | Tagespensum |
|---|---|---|
| Woche 1 bis 4 | Formate verstehen, ohne Zeitdruck lösen | 25 Aufgaben aus zwei Gruppen |
| Woche 5 bis 10 | Tempo aufbauen, alle Gruppen rotieren | 40 bis 50 Aufgaben aus drei Gruppen |
| Woche 11 bis 14 | Zeitdruck, Schwächen gezielt angehen | 60 Aufgaben plus eine Simulation pro Woche |
| Woche 15 bis 16 | Form halten, keine neuen Techniken | 30 Aufgaben gemischt |
Drei Regeln sind dabei wichtiger als der Plan selbst:
- Menge vor Perfektion, aber nie ohne Auflösung. Kreuzen allein bringt nichts, wenn du die Lösung nicht ansiehst. 50 Aufgaben mit kurzer Kontrolle schlagen 10 Aufgaben mit langer Grübelei.
- Jede Aufgabengruppe mindestens dreimal pro Woche. Merkfähigkeit und Wortflüssigkeit lassen am schnellsten nach.
- Fehler zählen doppelt. Führe eine kurze Fehlerliste nach Typ. Eine verstandene Fehleraufgabe ist mehr wert als zehn richtig geratene.
Ab Woche 11 lohnt es sich, die echte Reihenfolge zu üben, also Figuren, Lernphase, Zahlenfolgen, Wortflüssigkeit, Prüfphase, Implikationen. Der Abstand zwischen Lern- und Prüfphase ist Teil der Aufgabe und lässt sich nur so realistisch trainieren.
#Warum das nur mit neu erzeugten Aufgaben funktioniert
Die genannten Mengen sind der Grund, warum klassische Vorbereitungsmaterialien an dieser Stelle scheitern. Ein Übungsbuch enthält je nach Untertest 60 bis 150 Aufgaben. Bei 40 Aufgaben pro Tag ist es nach drei bis vier Tagen durchgearbeitet. Danach beginnt das eigentliche Problem: Sobald du eine Zahlenfolge zum zweiten Mal siehst, prüfst du keine Differenzen mehr, sondern erinnerst dich an die Lösung. Deine Trefferquote steigt, deine Fähigkeit nicht, und du merkst es nicht einmal.
CognitAT erzeugt jede Aufgabe bei jedem Aufruf neu. Es gibt keine Aufgabendatenbank, die sich auswendig lernen ließe, und damit auch keine Obergrenze für dein Tagespensum. Zu jeder Aufgabe gehört sofort der Lösungsweg: bei Figuren als Animation, bei Zahlenfolgen mit Operationspfeilen zwischen den Zahlen, bei Implikationen als logische Herleitung. Genau diese Kombination macht hohes Tempo sinnvoll, statt es in Raten ausarten zu lassen.
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#Quellen und Stand der Angaben
Aufgabenzahlen, Zeitlimits und Gewichtungen entsprechen den zuletzt durchgeführten Testjahren (Stand: August 2026). Verbindlich sind immer die offiziellen Angaben der Medizinischen Universitäten auf medizinstudieren.at. Prüfe dort insbesondere Anmeldefrist, Kostenbeitrag und Testtermin, bevor du deinen Lernplan festlegst.